Wer Websites für Kooperationen, Gastbeiträge oder den Aufbau von Backlinks prüft, stößt schnell auf zwei Kennzahlen: Domain Authority (DA) von Moz und Domain Rating (DR) von Ahrefs. Beide sollen Hinweise auf die Stärke einer Domain geben, können für dieselbe Website jedoch deutlich unterschiedliche Werte anzeigen. Das ist kein Rechenfehler und auch kein Grund, eine Domain sofort auszuschließen. Entscheidend ist, zu verstehen, was die Kennzahlen messen – und welche Informationen sie nicht liefern.
Was DA und DR jeweils aussagen
Die Domain Authority ist eine von Moz entwickelte Kennzahl, die einschätzen soll, wie wahrscheinlich eine Website in den Suchergebnissen gegenüber anderen Seiten rankt. Sie wird auf einer Skala von 1 bis 100 angegeben. In die Berechnung fließen unter anderem das Linkprofil und weitere von Moz erfasste Signale ein. DA ist dabei keine Kennzahl von Google und kein direkter Rankingfaktor.
Ahrefs’ Domain Rating bewertet vor allem die Stärke des Backlinkprofils einer Domain. Der Wert basiert darauf, wie viele Websites auf eine Domain verweisen und wie stark diese verlinkenden Domains selbst sind. Auch hier reicht die Skala von 1 bis 100. Ein hoher DR-Wert bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Website hochwertige Inhalte bietet oder für ein bestimmtes Thema relevant ist.
Die Zahlen wirken vergleichbar, entstehen aber durch unterschiedliche Modelle. Ein DR von 45 lässt sich nicht ohne Weiteres mit einem DA von 45 gleichsetzen. Beide Werte sind am sinnvollsten als Orientierung innerhalb des jeweiligen Tools zu verstehen – nicht als universelle Bewertung.
Warum die Werte voneinander abweichen
SEO-Tools verfügen über eigene Crawler und Linkdatenbanken. Sie entdecken und speichern Links deshalb nicht unbedingt zur selben Zeit oder in gleichem Umfang. Wird ein neuer Link von Ahrefs erfasst, während Moz ihn noch nicht in seinem Index hat, kann das die Kennzahlen unterschiedlich beeinflussen. Umgekehrt kann ein Tool Links erkennen, die das andere noch nicht berücksichtigt.
Auch die Gewichtung unterscheidet sich. Ahrefs legt beim DR den Schwerpunkt auf die Verteilung von Linkstärke über verweisende Domains. Moz verwendet ein eigenes Modell für die DA, das verschiedene Faktoren des Linkprofils zusammenführt. Zusätzlich können Änderungen an den Berechnungen, der Crawl-Häufigkeit oder der erfassten Datenbasis zu Verschiebungen führen. Ein Wert ist also immer eine Momentaufnahme des jeweiligen Werkzeugs.
Wer die Unterschiede im Detail einordnen möchte, findet in diesem Vergleich von DA und DR eine Erklärung der Kennzahlen und Hinweise dazu, wie sich beide prüfen lassen.
So prüfen Sie eine Website über den Score hinaus
Ein einzelner hoher Wert sagt wenig über den tatsächlichen Nutzen einer Website aus. Prüfen Sie zunächst, ob deren Themen zu Ihrer Branche, Zielgruppe und geplanten Seite passen. Ein thematisch relevanter Link kann sinnvoller sein als ein Link von einer zahlenmäßig stärkeren, aber völlig fachfremden Domain.
- Inhalte: Wirken die Beiträge eigenständig, aktuell und für echte Leser geschrieben? Gibt es einen klaren thematischen Schwerpunkt?
- Organischer Traffic: Erhält die Website Besucher über Suchmaschinen, und sind die geschätzten Entwicklungen plausibel? Tool-Daten sind Schätzungen, aber starke Einbrüche oder auffällige Muster verdienen einen genaueren Blick.
- Linkprofil: Sind verweisende Websites nachvollziehbar und thematisch passend? Eine große Zahl beliebiger oder offensichtlich manipulativer Links ist kein Qualitätsnachweis.
- Seitenqualität: Sind die verlinkenden Seiten erreichbar, gut strukturiert und sinnvoll in das Angebot der Website eingebunden?
Bei einem Gastbeitrag zählt außerdem, ob der Beitrag redaktionell zum Umfeld passt und einen echten Informationswert bietet. Ein Link sollte eine nachvollziehbare Funktion erfüllen, etwa eine weiterführende Erklärung oder eine passende Ressource bereitzustellen. Wird die Platzierung nur wegen eines Kennzahlenziels gewählt, ist ihr langfristiger Nutzen meist begrenzt.
Backlinks gezielt und ohne Abkürzungen planen
Auch homepage backlinks sollten nicht allein nach DA oder DR ausgewählt werden. Ein Link von der Startseite kann sichtbar und wertvoll sein, doch Relevanz, Platzierung, redaktioneller Kontext und die Qualität der verweisenden Website bleiben entscheidend. Achten Sie darauf, ob der Link dauerhaft bestehen soll, wie er gekennzeichnet wird und ob die Vereinbarung mit den geltenden Suchmaschinenrichtlinien vereinbar ist. Bezahlte Links, die Rankings manipulieren sollen, können Risiken mit sich bringen.
Wer externe Unterstützung sucht, sollte vorab Anforderungen, Lieferumfang und Qualitätskriterien festlegen. Osdire erläutert in seinem Leitfaden, worauf beim sicheren Kauf von Backlinks zu achten ist und welche Warnsignale auf problematische Angebote hindeuten können. Unabhängig davon, über welchen Weg ein Link zustande kommt, sollte die Entscheidung auf einer Prüfung der tatsächlichen Website beruhen – nicht auf einem einzelnen Score.
Fazit: Kennzahlen als Kompass, nicht als Urteil
DA und DR helfen dabei, Websites schnell miteinander zu vergleichen, beantworten aber unterschiedliche Fragen und beruhen auf separaten Datenbeständen. Abweichende Werte sind daher normal. Nutzen Sie beide als erste Orientierung und prüfen Sie anschließend Inhalte, Themenbezug, Traffic und Linkprofil. Für nachhaltige SEO-Entscheidungen zählt nicht der höchste Score, sondern ob eine Website ein glaubwürdiges, relevantes Umfeld für Ihre Inhalte und Links bietet.
