Wer Websites für Gastbeiträge, Kooperationen oder Backlinks vergleicht, stößt schnell auf zwei Kennzahlen: Domain Authority (DA) von Moz und Domain Rating (DR) von Ahrefs. Beide sollen die Stärke einer Domain im Linkumfeld beschreiben, beruhen aber auf unterschiedlichen Verfahren. Deshalb kann dieselbe Website bei einem Anbieter gut und beim anderen deutlich schwächer abschneiden. Für Marketingteams ist das kein Rechenfehler, sondern ein Anlass, genauer hinzusehen.
Was DA und DR jeweils messen
Der Ahrefs Domain Rating ist ein Wert, der die Stärke des Backlinkprofils einer Domain auf einer Skala von 0 bis 100 abbildet. In die Berechnung fließen unter anderem verweisende Domains und die Stärke der Seiten ein, von denen Links ausgehen. Das Verfahren ist logarithmisch: Der Sprung von einem niedrigen Wert in den mittleren Bereich ist nicht mit dem Sprung von 80 auf 90 vergleichbar. Ein hoher DR bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Website für jedes Thema relevant oder redaktionell hochwertig ist.
Moz Domain Authority ist ebenfalls ein Wert von 0 bis 100, verfolgt jedoch einen anderen Ansatz. Das Modell soll einschätzen, wie gut eine Domain in den Suchergebnissen ranken könnte. Dabei berücksichtigt Moz verschiedene Signale aus dem eigenen Linkindex und nutzt ein Vorhersagemodell. DA ist keine Google-Kennzahl und beschreibt auch nicht die tatsächliche Position einer Website für ein bestimmtes Keyword.
Die Unterschiede zwischen beiden Werten und die Gründe für abweichende Ergebnisse erläutert der Vergleich von DA und DR ausführlicher. Wichtig ist vor allem: Die Kennzahlen sind nicht direkt ineinander umrechenbar. Ein DR von 40 entspricht nicht automatisch einem DA von 40.
Warum die Werte auseinandergehen
Ein naheliegender Grund sind die unterschiedlichen Datenbestände. Ahrefs und Moz crawlen das Web mit eigenen Systemen. Sie entdecken nicht dieselben Links zur selben Zeit und bewerten sie auch nicht identisch. Ein neu gesetzter Backlink kann deshalb in einem Index bereits auftauchen, während er im anderen noch fehlt. Auch entfernte oder nicht mehr erreichbare Links werden möglicherweise zu unterschiedlichen Zeitpunkten verarbeitet.
Hinzu kommen Unterschiede in der Gewichtung. Ein Anbieter kann bestimmte Aspekte des Linkprofils stärker einbeziehen als der andere. Ob eine verlinkende Domain selbst viele ausgehende Links hat, wie sich die Linkstärke verteilt oder welche Signale das jeweilige Modell als aussagekräftig bewertet, beeinflusst den Endwert. Die Ergebnisse sind Momentaufnahmen und können sich ändern, wenn ein Index aktualisiert oder ein Modell angepasst wird.
Auch die geprüfte Adresse spielt eine Rolle. Eine Domain, eine Subdomain und eine einzelne URL können unterschiedliche Werte haben. Vor einem Vergleich sollte daher klar sein, ob beispielsweise die Hauptdomain, ein Blog unter einer Subdomain oder eine bestimmte Landingpage geprüft wird. Varianten mit und ohne „www“ sowie Weiterleitungen können bei der Eingabe ebenfalls zu Verwirrung führen.
So lassen sich Websites sinnvoll vergleichen
Ein einzelner Wert ist als Vorauswahl nützlich, aber als Entscheidungskriterium zu schmal. Wer eine Website für einen Gastbeitrag oder einen Backlink prüft, sollte mehrere Aspekte gemeinsam betrachten:
- Themenbezug: Passt das Publikum der Website zum eigenen Angebot? Ein thematisch relevanter Link kann wertvoller sein als ein höherer Kennzahlenwert auf einer fachfremden Seite.
- Organische Sichtbarkeit: Gibt es Inhalte, die tatsächlich Suchtraffic erhalten, und entwickelt sich die Sichtbarkeit stabil? Ein hoher DA- oder DR-Wert allein belegt keine aktive Leserschaft.
- Linkumfeld: Sind ausgehende Links nachvollziehbar und redaktionell eingebunden? Viele willkürliche Verlinkungen können ein Warnsignal sein.
- Inhaltsqualität: Wirken Beiträge gepflegt, eigenständig und für Leser geschrieben? Auch Veröffentlichungsrhythmus und Aktualität helfen bei der Einordnung.
Für eine belastbare Prüfung kann man beide Metriken mit demselben Domain- oder URL-Umfang abrufen, die Werte samt Datum notieren und anschließend die tatsächlichen Inhalte prüfen. Große Abweichungen sind dabei kein Grund, eine Seite automatisch auszuschließen. Sie zeigen vielmehr, dass die Anbieter das Linkprofil unterschiedlich erfassen oder bewerten. Relevant ist, ob sich die Abweichung durch den Index, die geprüfte Adresse oder das Profil der Domain erklären lässt.
Marketingprojekte ganzheitlich planen
SEO ist nur ein Teil eines digitalen Auftritts. Wer etwa eine Landingpage für eine Kampagne erstellt, braucht neben technischer Umsetzung und Inhalten oft auch Grafiken, Icons oder Anzeigenmotive. Unklare Anforderungen können dabei zu scope creep in graphic design führen: Aus einem vereinbarten Entwurf werden nach und nach zusätzliche Formate, neue Varianten und weitere Korrekturrunden. Das erschwert Zeitplanung und Budgetkontrolle.
Hilfreich sind ein klarer Leistungsumfang, konkrete Dateiformate, festgelegte Revisionsrunden und eine Person, die Feedback bündelt und freigibt. Bei der Zusammenarbeit mit Freelancern lohnt es sich, diese Punkte vor Projektbeginn schriftlich festzuhalten. Ein Beitrag von Osdire zu klaren Designaufträgen zeigt, wie sich Umfang und Freigaben besser strukturieren lassen. Als Freelance-Marktplatz verbindet Osdire Auftraggeber mit Anbietern in verschiedenen Kategorien; ein präzises Briefing bleibt dennoch die Grundlage für ein planbares Ergebnis.
Fazit
DA und DR helfen dabei, Websites grob einzuordnen, messen aber nicht dasselbe und sind keine direkten Rankingfaktoren von Google. Abweichende Werte ergeben sich aus unterschiedlichen Datenbeständen, Bewertungsmodellen und geprüften URL-Ebenen. Für Entscheidungen über Gastbeiträge und Backlinks sollten Marketer deshalb Kennzahlen mit Themenrelevanz, Sichtbarkeit, Linkumfeld und Inhaltsqualität verbinden. So wird aus einem Score ein hilfreicher Hinweis statt einer scheinbar eindeutigen Antwort.
